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Wie coole Strategie-Experten Kinder sind!

Manipulationsstrategien bekommen Eltern zu wenig mit. Da darfst Du sehr sehr wach sein um Deinen Kindern nicht auf den"Leim" zu kriechen.

Kinder haben es in Sachen Manipulationsstrategien faustdick hinter den Ohren. Ich weiss nicht, ob Du auch schon erlebt hast, dass Dich ein Kind das eine oder andere Mal ganz elegant umgangen hat? 

 

Eine gute Freundin von mir hat zwei kleine Mädchen. Es macht mir unglaublich viel Spass zu beobachten, wie sich die Kleinen in Interaktion mit Mutter und Vater verhalten. Und ich spreche den beiden meine stille Bewunderung aus, denn die haben schon in diesen jungen Jahren verstanden, wie sie die Eltern ganz elegant steuern können, ohne dass die das mitkriegen. 

 

Aus den vielen Situationen nenn ich jetzt mal jene, welche in der Reihenfolge gleich einige spannende Strategien beinhaltet. Die Mädchen sassen am Esstisch und sollten das liebevoll zubereitete Abendessen zu sich nehmen. Die Kleinere spielte mit ihrer Knetmasse, statt zu essen. Mutti fand das ziemlich doof, tat dies auch zuerst nur 1-2x mündlich kund und nahm ihr dann anschliessend die Knetmasse weg. Daraufhin folgte sofort ein Gejammere  und zack war die Knetmasse wieder da. Dann fragte die Mutter, ob ihr denn das Essen nicht schmecke, worauf hin die Kleine dies verneinte. Mutter eilte besorgt zur Küche und wärmte die Bratwurst-Reste vom Mittag auf. „Das mag sie“ sagte sie zu mir. Die Kleine nahm dann 2-3 Bisse, aber nur weil Mami sie feinsäuberlich zerkleinert vor ihr Mündchen gehalten hat.  Und dann widmete sie sich wieder der Knetmasse. Sorgevoll versuchte die Mutter dem kleinen Mädchen zu erklären, wie wichtig es ist, dass sie isst, da sie eh schon viel zu dünn sei. Die Kleine war sichtlich desinteressiert und wollte lieber was anderes tun, worauf der Befehl der Mutter hiess „Du bleibst sitzen, bis Du das aufgegessen hast!“. Indessen ist der Vater nach Hause gekommen und kümmerte sich auf dem Sitzplatz um die Hasen, die er dann Minuten später zum Spielen ins Wohnzimmer brachte. Die Mutter quittierte das mit „Nein, erst wenn die Kleinen gegessen haben“ und er stellte die verwunderten Hasen wieder raus in den Käfig. Und schwup, war die kleine Prinzessin aus ihrem Sitz geschlüpft und polderte an die Sitzplatztür, weil sie nach draussen zu den Hasen wollte. Da nicht gleich Hilfe zur Öffnung der Türe herbei eilte, begann sie zu kreischen, zu schreien und zu toben. Und schon machte sich die Mutter auf den Weg die Türe zu öffnen. Als ich die Mutter fragte, ob sie mitbekommen habe, dass ihre Tochter sie gerade elegant manipuliert hätte, war ihr nicht ganz klar, was wirklich von sich ging. 

 

Also ehrlich, ich bewundere alle Eltern. Nebendran sass ja auch noch die Grössere, die auch ihre Faxen machte. Es erfordert sehr viel Wachsein, um dies alles mitzukriegen. Das stimmt. Ich war ja schliesslich emotional unbeteiligt und konnte in Ruhe beobachten. Und je flexibler und wacher Du als Mutter oder Vater bist, desto gelassener werden solche Situationen. 

 

Jetzt bin ich neugierig: Findest Du heraus, in wie vielen Fällen die Kleine das Verhalten der Mutter in diesen rund 15 Minuten gesteuert hat? Gerne darfst Du mir Deine Beobachtungen als  E-Mail senden.

 

Herzlich Deine Franziska

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